SDL Trados Studio 2009 Service Pack 1 (SP1)

SDL TRADOS Studio 2009 Symbol

Das SDL Trados Studio 2009 ist noch kein halbes Jahr alt, da hat SDL wie angekündigt schon das Service Pack 1 veröffentlicht. Und das ist gut so, denn das SP 1 behebt eine ganze Menge Fehler. Insgesamt „fühlt“ sich Studio nach der Installation des SP1 deutlich stabiler an. Wir haben die wichtigsten Änderungen und Fehlerkorrekturen des kostenlosen Service Pack hier einmal zusammengetragen.

Im Vorfeld der SP1-Veröffentlichung gab es übrigens einige Irritationen, da durch ungeschickt formulierte Marketing-Aktionen von SDL der Eindruck entstand, dass das SP1 kostenpflichtig erworben werden müssen. Das ist natürlich nicht so. Tatsächlich können sich alle Kunden, die bereits eine Lizenz von SDL Trados Studio 2009 besitzen, das Service Pack 1 kostenlos in ihrem Kundenaccount herunterladen.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Support für TM-Server 2009

SDL Trados Studio 2009 SP1 unterstützt nun den neuen SDL TM Server 2009 und SDL MultiTerm Server 2009.

Support für Windows 7

SDL Trados Studio 2009 SP1 unterstützt Windows 7.

Support für 64-Bit-Betriebssysteme

SDL Trados Studio 2009 SP1 unterstützt nun auch die Installation und Verwendung unter Windows Vista 64-Bit und Windows 7 („can be installed and used“).

Unser Kommentar:

Das ist neben der Unterstützung der neuen Server 2009 aus unserer Sicht die wichtigste Neuigkeit, denn spätestens mit Windows 7 sollte auch der Windows Welt langsam aber sicher der Umstieg auf 64 Bit gelingen (beim Mac ist das ja schon lange so …). Dabei ist allerdings zu beachten, dass SDL Trados Studio 2009 SP1 nach wie vor nur eine 32-Bit-Applikation ist. Dennoch ist die offizielle Unterstützung von 64-Bit-Betriebssystemen ausgesprochen wichtig. Ganz besonders deshalb, da die 64-Bit-Versionen von Windows Vista und Windows 7 auch Installationen mit mehr als 4 bzw. 3,2 Gb Hauptspeicher (RAM) unterstützen. Somit kann, die entsprechende Hardware und 64-Bit Windows Vista / 7 vorausgesetzt, SLD Trados 2009 SP1 auch auf einer Maschine mit z. B. 8 oder gar noch mehr GB Hauptspeicher ausgeführt werden. Da die Größe des maximal frei verfügbaren, zusammenhängenden Speicherblocks für zahlreiche Prozesse – insbesondere solcher, die auf der Sun Java Virtual Machine basieren – von großer Bedeutung ist, kann der Hauptspeicher generell gar nicht groß genug sein.

SDL Passolo Essential 2009 SR3

SDL Trados Studio 2009 SP1 enthält nun auch SDL Passolo Essential 2009 Service Release 3. Das SR3 unterstützt nun auch die neuen SDL Trados Studio TMs und SDL MultiTerm 2009-Datenbanken.

Umgang mit großen Dateien

Bei der Erstellung der SDL-XLIFF-Datei kann nun gewählt werden, bis zu welcher Größe die Ursprungs-Datei noch mit in die SDL-XLIFF-Datei eingebettet werden soll. Wird die gewählte Maximal-Größe überschritten, speichert Studio 2009 SP1 nun in der SDL-XLIFF-Datei nur noch eine Referenz auf die Original-Datei.

Unser Kommentar:

In der ersten Version von SDL Trados Studio wurde immer die komplette Source-Datei in die SDL-XLIFF-Datei eingebettet. Die Idee dahinter war, von der Verfügbarkeit der Original-Datei unabhängig zu werden und stets wieder eine übersetzte Datei im Original-Format erstellen zu können. Leider hatte dieses System auch einen entscheidenden Nachteil: Wenn die Originalformat-Datei besonders groß war, wuchs auch die SDL-XLIFF-Datei erheblich an, da die komplette Datei base64-kodiert in die SDL-XLIFF-Datei eingebettet wurde. Bedenkt man, dass gerade InDesign-Dateien oft schnell mal über 100 MB groß werden, führt diese Systematik schnell zu Performance-Problemen. Zudem war es auch gar nicht immer gewünscht, die komplette Datei mit der SDL-XLIFF-Datei „mitzuschleppen“ und diese unnötig aufzublähen. Die Folge waren bei besonders großen Source-Dateien teilweise deutliche Performance-Probleme, und vor allem auf schwächeren Maschinen der Ausnahme-Fehler ‘System.OutOfMemoryException’. Letztlich bleibt es uns aber unverständlich, warum bei der Einführung des neuen SDL-XLIFF-Formats nicht gleich auf das ZIP-Container-System gesetzt wurde, wie es OpenOffice, Microsoft Office, PDFXML, IDML, CorelDRAW und viele andere längst machen. In einem ZIP-Container hätten sich Ausgangs- und SDL-XLIFF-Datei sowie File-Format-Filter-Settings und Anderes sauber, transparent und performant verpacken lassen. Eine Hausaufgabe für das SP2!

QA Checker 3.0

Im SP1 hat SDL Trados den QA Checker noch mal etwas überarbeitet. Zum Einen werden nun auch bereits bestätigte Segmente automatisch mit überprüft (was in den Optionen über den neuen Eintrag „Bestätigte Übersetzungen ausschließen“ aber auch wieder ausgeschaltet werden kann). Zum anderen wurden auch die Routinen für die Prüfung spanischer Interpunktion verbessert.

Unser Kommentar:

Der QA Checker fristet völlig zu unrecht ein gewisses Schattendasein und ist den meisten Übersetzern leider noch unbekannt. Unserer Meinung nach sollte eine Prüfung der fertigen Übersetzung mit dem QA Checker durch den Übersetzer grundsätzlich einen unverzichtbaren Bestandteil des Übersetzungsprojektes darstellen. Andereerseits machen wir auf unseren Trados-Schulungen auch immer wieder die Erfahrung, dass der QA Checker meistens völlig unbekannt ist. Wenn wir dann den QA Checker erklären, führt dies oft zu sehr erstaunten Gesichter und Kommentaren wie „Ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Das ist ja total genial!“ Wir empfehlen Ihnen dringend sich einmal mit dem QA-Checker auseinandersetzen. Richtig konfiguriert kann Sie der QA Checker vor so manchem peinlichen Flüchtigkeits-Fehler bewahren.

SDL TMS

Pakete, die mit dem SDL TMS erstellt wurden, können nun in SDL Trados Studio 2009 SP1 geöffnet werden.

Editor:

Im Editor ist es nun möglich, zwischen Überschreiben und Einfügen-Modus zu wechseln. Sie können nun also entscheiden, ob Sie beim Tippen den vorhandenen Text rechts von der Einfügemarke mit dem getippten Text überschreiben, oder ob der getippte Text hinzugefügt wird.

Bug Fixes

Neben den oben aufgeführten neuen Funktionen bzw. Verbesserungen bringt das Service Pack 1 natürlich auch mit einer langen Liste von Bug-Fixes mit. Insgesamt sind es laut SDL über 100 Änderungen, die wichtigsten 29 Bug Fixes umfassen folgendes:

  • Nach längerer Benutzung traten bisweilen Fehler wie „Cannot create window handle“, „Cannot show File Save dialog box“ und ähnliche Fenster-Handle-Fehler auf. Dies wurde in SP1 behoben.
  • Nach längerer Benutzung brachen bisweilen Kopieren-und-Einfügen-Aktionen ab. Dieser Fehler wurde in SP1 behoben.
  • Beim Arbeiten mit großen Dokumenten traten bisweilen Fehler wie „Attempted to read or write protected memory“ oder Debug-Assertion-Meldungen auf. Diese Fehler wurde mit SP1 behoben.
  • Beim Zusammenfügen von Segmenten springt der Cursor nicht mehr an den Beginn des Dokumentes.
  • In Studio 2009 konnte es passieren, dass eine Eintrag in der Translation-Memory-Datenbank doppelt angelegt wurde, wenn eine bereits bestätigte Translation Unit noch mal im Dokument geändert wurde.
  • Wenn die Einfügemarke im Zielsegment ist und die Funktion „Ausgangssatz in das Zielfeld kopieren“ (Strg+Einfg) gewählt wird, bleibt die Einfügemarke nun am Beginn des Zielfelds und springt nicht mehr an das Ende des Zielfelds.
  • Die File-Format-Filter wurden umfangreich überarbeitet. Insbesondere die Filter für Word 2003 (DOC), Word 2007 (DOCX), Excel 2007 (XSLX) FrameMaker (MIF), XLIFF sowie HTML und XML.
  • Nach der Vorschau von TTX-Dateien, führt ein „Speichern unter“ nicht mehr zu der Fehlermeldung „Multiple tags with the same ID but different properties detected“.
  • Das Löschen oder Verschieben eines Projekt-Ordneres außerhalb von SDL Trados Studio führt nicht mehr zum Absturz von Studio, wenn versucht wird auf das Projekt in Studio zuzugreifen.
  • SDL Trados Studio SP1 verliert nicht länger die Verbindung zum Projekt-TM, wenn benutzerdefinierte Felder aktualisiert werden.
  • Wenn Sie mit mehr als einem TM arbeiten und diese TMs identische Felder (Metadaten) haben (es gibt also in den unterschiedlichen TMs jeweils ein Feld wie z. B. „Projektnummer“), konnte es zum Absturz kommen, wenn Studio versuchte, diese Felder mit den Werten aus dem aktuellen Projekt zu aktualisieren. Dieses Problem wurde im SP1 behoben.
  • Wenn Sie den Batch Task für den Projektabschluss ausführen, werden die benutzerdefinierten Felder (Metadaten) aus dem Projekt-TM nun korrekt in das Master-TM übernommen.
  • Der Versuch, zwei Segmente zu sperren, von denen eines bereits gesperrt war, führt dies nun nicht mehr zu der Fehlermeldung „Nullable object must have a value“.
  • Der Interpunktions-Check für Spanisch wurde im QA Checker 3.0 überarbeitet, um mehr Szenarien abzudecken.
  • Der Filter für den Import von TRADOStag (TTX) und SDLX ITD-Dateien wurde verbessert.
  • Nach einer Konkordanzsuche ist es nun möglich, die Return-Taste (aka „Enter“) zu drücken um QuickPlace und AutoSuggest-Elemente einzufügen. Bislang ging das nur über die Tabulator-Taste.
  • Wenn im Fenster Terminologieerkennung mehr Terme angezeigt werden, als in das Fenster passen, wird das Fenster nicht mehr automatisch nach unten zum letzten Eintrag gescrollt, sondern bleibt beim obersten Eintrag stehen.
  • Bei der Erstellung von AutoSuggest-Dictionaries wird kein Leerzeichen mehr vor dem Apostroph (‘ bzw. \u0027) eingefügt: „L’alimentation de l’ordinateur“ wird nicht länger zu „L ‘ alimentation de l ‘ ordinateur“.
  • Das Zeichen „*“ am Beginn eines Segmentes führt nicht mehr zu einer Verlangsamung der Verarbeitungsgeschwindigkeit.
  • Die neue AutoPropagate-Funktion führt beim Versuch gesperrte Segmente zu befüllen nicht länger zu der Fehlermeldung „Object reference not set to an instance of an object“.
  • Das Sperren eines Segmentes mit dem Status „Übersetzungs bestätigt“ ändert den Status nicht mehr ungewollt zurück auf „Entwurf“
  • Übersetzungseinheiten, die eine große Menge Tags (Inline Elemente) enthalten, führen nicht mehr zu Problemen beim Import.
  • Der Umgang mit lange Pfadnamen ist nun stabiler. Es ist nun auch möglich, mit Ordnerstrukturen zu arbeiten, deren Pfadname länger als 248 Zeichen lang sind.
  • Wenn die Einfügemarke (Cursor) im Editor an das Ende von bestimmten Zeilen bewegt wird, führt dies nun nicht mehr zu der Fehlermeldung Fehler „Object reference not set to an instance of an object“.
  • In bestimmten Situationen konnte es passieren, dass nicht alle Tags aus dem Ausgangssegment in der QuickPlace-Liste erschienen. Dies wurde im SP1 korrigiert.
  • Die AutoPropagate-Funktion erzeugt nun deutlich weniger Bestätigungs-Fenster.
  • AutoSuggest Vorschläge erscheinen nun auch, wenn die Einfügemarke direkt neben einem Tag positioniert ist.
  • Out of range errors should no longer occur during find and replace operations.
  • Suchen und Ersetzen-Aktionen führen in umfangreicheren Dateien nicht mehr zu „Out of range“-Fehlermeldungen.

Sie können das Service Pack 1 kostenlos in ihrem Kundenaccount auf der SDL Trados Webseite herunterladen.

Wie ist Ihre Erfahrung mit SDL Trados Studio Service Pack 1? Wir freuen uns auf Ihr Feedback. Übrigens, sollte es einmal doch noch irgendwo „haken“ hilft Ihnen unser Support gerne weiter. Und wenn Sie erst noch einen Umstieg auf das neue Studio planen, empfehlen wir Ihnen eine Schulung durch unsere zertifizierten SDL Trados Approved Trainer.

Dieser Beitrag wurde von TRACOM am 04.11.2009 erstellt und unter SDL TRADOS, SDL Trados Studio abgelegt. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Einen Trackback auf diesen Artikel können Sie mit diesem Link setzen. Sie können diesen Beitrag auch per E-Mail weiterempfehlen oder Ihren Bookmarking- und Sharingdiensten hinzufügen.

 

4 Kommentare

  1. Marko Wolff

    Vielen Dank für die Zusammenstellung. Wie sieht es denn mit MultiTerm 2009 aus? Gibt es da auch ein Service Pack 1? Haben Sie da vielleicht auch eine Zusammenstellung auf Deutsch?

    MfG, Marko Wolff

    • Stefan Gentz

      Ja, für MultiTerm 2009 gibt es ebenfalls ein Service Pack 1 (SP1). Dies steht ebenfalls im Customer Center für MultiTerm 2009-Kunden kostenlos bereit. Eine Liste der Änderungen haben wir leider nicht. Unseren internen Test nach läuft MultiTerm 2009 SP1 aber nun auch unter Windows Vista 64 Bit und Windows 7 64 Bit problemlos und unterstützt natürlich auch den MultiTerm Server 2009 (was natürlich auch für die MultiTerm Administrator Applikation gilt).

  2. Johannes

    Man sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass die 2009 Freelance-Version nicht in einem Domänen-basierten Netzwerk läuft. Daher scheidet ein Update für mich auf 2009 definitiv aus, da das Netzwerk bei uns in der Firma Domänen-basiert ist.

    Als kleine Ein-Mann-Doku”abteilung” bin ich bislang immer wunderbar mit der Freelance-Version ausgekommen (die Beschränkung auf 5 Sprachen war kein Problem, da wir eh nur Deutsch und Englisch haben). Die Studio 2009 Freelance läuft aber in einem Domänen-Netzwerk gar nicht mehr. Ich habe also nur die Möglichkeit, entweder auf ewig weiter mit der 2007 zu arbeiten oder für sehr viel Geld auf die Studio 2009 Professional zu updaten. Und das bekomme ich bei meinem Chef ganz sicher nicht durch …

    Johannes

  3. Andreas

    Sind Sie sicher, dass Studio 2009 wirklich Windows 7 kompatibel ist? Auf der offiziellen Kompatibilitätsseite (http://www.microsoft.com/windows/compatibility/windows-7/de-de/applications.aspx) taucht SDL Trados zumindest nicht auf. Daß auch das offizielle “Kompatibel mit Microsoft Windows 7”-Logo auf der SDL Trados-Seite nirgends zu sehen ist, bestätigt das.

    Übrigens werden auf dieser Liste auch weder across noch MemoQ, Star oder Wordfast aufgeführt. Offenbar nehmen es die Hersteller dieser Tools nicht sonderlich ernst mit einer Prüfung und glauben, dass das mutige Behaupten einer Kompatibilität ausreicht. Das mag für Ihre freiberuflichen Übersetzer vielleicht reichen, im professionellen Industrieumfeld reicht es nicht.

 

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